Page 52 - Was will Gott_Neat
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geschickt sind, sie auch lernen und studieren zu lassen,
sodass man sie, für das, was nötig ist, brauchen kann.
Gott würde uns reich segnen und seine Gnade ge-
ben, wenn wir das täten und solche Menschen erzögen,
weil damit Land und Leute gebessert würden; dazu fei-
ne Bürger, züchtige und häusliche Frauen, die danach
fromme Kinder und Dienstleute aufziehen möchten.
Denke nun selbst darüber nach, welch mörderischen
Schaden du anrichtest, wenn du darin nachlässig bist
oder du es an etwas fehlen lässt, dass dein Kind nützlich
und zur Seligkeit erzogen wird. Zusätzlich bringst du
alle Sünde und Zorn auf dich und hast gleich die Hölle
an deinen eigenen Kindern verdienst, auch wenn Du
sonst fromm und heilig wärst. Gott straft die Welt auch
deshalb so schrecklich, weil man das verachtet und kei-
ne Zucht, keine Ordnung und keinen Frieden hat. Zwar
beklagen wir das alle, sehen aber nicht, dass es unsere
eigene Schuld ist. Denn wenn wir sie so erziehen, so ha-
ben wir eben ungeratene und ungehorsame Kinder und
Untertanen. Das sei genug zur Ermahnung; ein anderes
Mal kann man das Thema länger behandeln.
DAS FÜNFTE GEBOT
Du sollst nicht töten
Bis hierher haben wir beide, geistliche und weltliche
Regierung, also göttliche und väterliche Obrigkeit und
Gehorsam behandelt. Jetzt aber gehen wir mal aus un-
serem Haus hinaus unter die Nachbarn, um zu lernen,
wie wir miteinander leben sollen, jeder für sich selbst
und mit seinen Nächsten. Darum sind in diesem Gebot
Gott und die Obrigkeit nicht einbezogen und es ist ih-
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