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Harun Yahya





                 Die Herkunft der Säugetiere


                 Wie wir bereits zuvor dargelegt haben, schlägt die Evolutionstheorie vor, ein paar imaginäre Kreaturen
             seien aus dem Wasser gekrochen, hätten sich in Reptilien verwandelt und Vögel hätten sich aus den Reptilien
             entwickelt. Nach demselben Szenario sind Reptilien nicht nur die Vorfahren der Vögel, sondern auch der
             Säugetiere. Doch zwischen diesen beiden Klassen gibt es große Unterschiede. Säugetiere sind Warmblüter, sie

             erzeugen ihre Körperwärme selbst und halten sie auf einem konstanten Niveau, sie sind lebend gebärend, sie
             säugen ihre Jungen und ihre Körper sind mit Fell oder Haaren bedeckt. Reptilien sind dagegen Kaltblüter, ihre
             Körpertemperatur passt sich der ihrer Umgebung an, sie legen Eier, sie säugen ihre Jungen nicht, und ihre
             Körper sind mit Schuppen bedeckt.

                 Wie soll ein Reptil bei all diesen Unterschieden angefangen haben, seine Körperwärme zu erzeugen, woher
             soll der notwendige Perspirationsmechanismus gekommen sein, die Temperatur konstant zu halten? Ist es
             möglich, dass es seine Schuppen durch Fell oder Haare ersetzte und anfing, Milch zu geben? Wenn die
             Evolutionstheorie die Herkunft der Säugetiere erklären will, muss sie zunächst einmal wissenschaftliche
             Antworten auf diese Fragen geben.
                 Doch wenn wir uns evolutionistische Quellen anschauen, finden wir entweder imaginäre und unwissen-

             schaftliche Szenarien oder tiefes Schweigen. Eines dieser Szenarien läuft folgendermaßen:

                 Einige Reptilienarten, die in kälteren Regionen lebten, begannen eine Methode anzuwenden, ihre Körper warm
                 zu halten. Ihre Schuppen wurden kleiner und spitzer und verwandelten sich in ein Fell. Auch die Fähigkeit des
                 Schwitzens war eine Anpassung, die erfolgte, um die Körpertemperatur regeln zu können, ein Mechanismus,
                 den Körper zu kühlen, wenn nötig durch Verdunstung von Wasser. Zufällig begannen nun einige Junge dieser
                 Tiere den Schweiß der Mutter zwecks Nahrungsaufnahme abzulecken. Deswegen sonderten einige der
                 Schweißdrüsen ein immer reichhaltigeres Sekret ab, das später zu Milch wurde. So hatten diese frühen
                 Säugetiere einen vorteilhafteren Start ins Leben.    119

                 Das obige Szenario ist nichts als ein Hirngespinst. Ein solch phantastisches Szenario wird nicht nur von keiner-
             lei Beweis gestützt, es ist völlig unmöglich. Es ist vollständig irrational, zu behaupten, ein Lebewesen beginne, eine

             so komplex aufgebaute Nahrung wie Milch zu produzieren, in dem es den Körperschweiß der Mutter ableckt.
                 Der Grund, warum solche Szenarien erfunden werden, liegt in den immens großen Unterschieden zwi-
             schen Reptilien und Säugetieren. Ein Beispiel für die strukturellen Barrieren zwischen Reptilien und
             Säugetieren ist ihre Kieferanatomie. Säugetierkiefer haben einen Unterkiefer, der nur aus einem einzigen
             Knochen besteht, der die Zähne trägt. Reptilien dagegen haben drei kleine Unterkieferknochen auf jeder Seite
             des Unterkiefers. Ein weiterer grundsätzlicher Unterschied besteht darin, dass alle Säuger drei

             Mittelohrknochen aufweisen, nämlich Hammer, Amboss und Steigbügel. Reptilien haben nur einen einzigen
             Knochen im Mittelohr. Evolutionisten behaupten, Reptilkiefer und Reptilmittelohr hätten sich schrittweise
             zum Säugetierkiefer und Säugetierohr entwickelt. Die Frage, wie sich ein Ohr mit einem einzigen Knochen zu
             einem Ohr mit drei Knochen wandeln kann, und wie der Gehörsinn während dieses Prozesses weiter funktio-
             niert haben soll, wird nie erklärt werden können. Da überrascht es nicht weiter, dass bisher nicht ein einziges

             Fossil gefunden wurde, dass Reptilien und Säugetiere verbinden würde. Darum war auch Roger Lewin ge-
             zwungen, zuzugeben: "Der Übergang zum ersten Säugetier... ist immer noch ein Rätsel."                  120
                 George Gaylord Simpson, eine der wichtigsten Autoritäten unter den Evolutionisten und einer der Begründer
             der Theorie des Neo-Darwinismus, kommentiert dieses verwirrende Problem der Evolutionisten wie folgt:

                 Das erstaunlichste Ereignis in der Geschichte des Lebens auf der Erde ist der Wechsel im Mesozoikum, der
                 Wechsel vom Reptilienzeitalter zum Zeitalter der Säugetiere. Es ist, als ob plötzlich der Vorhang vor einer Bühne
                 niedergegangen war, auf der sämtliche Hauptrollen von Reptilien, speziell von Sauriern in großer Zahl und ver-
                 wirrender Vielfalt gespielt worden waren, um sich sofort wieder zu heben und dasselbe Bühnenbild zu zeigen,

                 doch diesmal mit völlig neuer Besetzung, in der die Saurier überhaupt nicht mehr vorkamen, andere Reptilien
                 nur noch als Statisten und in der alle Hauptrollen von Säugetieren gespielt wurden, auf die es in den vorherge-
                 henden Akten kaum einen Hinweis gab.        121

                 Als die Säugetiere ihren plötzlichen Auftritt hatten, waren sie bereits sehr verschieden voneinander.
             Fledermäuse, Pferde, Mäuse und Wale sind Säugetiere und sie alle tauchten in demselben geologischen
             Zeitalter auf. Eine evolutive Beziehung unter ihnen herstellen zu wollen, ist selbst bei ausgeprägtester



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