Page 268 - Es war einmal der Darwinismus
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Der Tintenfisch


                       Unter der Haut des Tintenfisches ist eine dichte Lage von elastischen Pigmentsäcken angelegt, die sog. Chromato-
                  phoren. Sie sind hauptsächlich in den Farben gelb, rot, schwarz und braun vorhanden. Auf ein Signal hin weiten sich die
                  Zellen aus und fließen in die Haut, um den erforderlichen Farbton zu erzeugen. Auf diese Weise nimmt der Tintenfisch
                  die Farbe der Felsen an, auf denen er ruht, und tarnt sich somit völlig.
                       Dieses System funktioniert so vollkommen, dass der Tintenfisch sogar ein komplexes zebraartiges Streifenmuster
                  annehmen kann.    185


                       Verschiedene Systeme der optischen Wahrnehmung

                       Für viele Meerestiere ist das Sehvermögen von außerordentlicher Wichtigkeit, sowohl für die Jagd, als auch zum
                  Selbstschutz. Dementsprechend sind die meisten aquatischen Geschöpfe mit Augen ausgestattet, die in ihrem Design

                  dem Leben unter Wasser vollkommen angepaßt sind.
                       Unterwasser ist die Sehfähigkeit mit größer werdender Tiefe mehr und mehr beeinträchtigt, speziell in Tiefen über
                  30 Meter. Lebewesen, die in solchen Tiefen leben, haben jedoch Augen, die den gegebenen Bedingungen entsprechend
                  beschaffen sind.
                       Ungleich den Landtieren haben die Meeresbewohner kugelförmige Linsen, die den Erfordernissen der Wasserdich-
                  te, in der sie leben, genau angepaßt sind. Im Vergleich mit den weiten elliptischen Augen der Landtiere ist diese Kugel-
                  struktur für die Sicht unter Wasser weit besser geeignet; sie ist darauf eingerichtet, Objekte in der Nahansicht zu sehen.
                  Falls ein Objekt in weiterer Entfernung in Sicht kommt, wird das gesamte Linsensystem mit Hilfe eines speziellen Mus-
                  kelmechanismus im Auge nach hinten gezogen.

                       Ein weiterer Grund für die kugelförmige Augengestaltung der Fische ist die Lichtbrechung im Wasser. Da das Au-
                  ge mit einer Flüssigkeit gefüllt ist, die fast genau die gleiche Dichte wie das Wasser hat, tritt keine Brechung ein, wenn
                  das Bild einer äußeren Erscheinung am Auge widergespiegelt wird, welches die Augenlinse dann scharf eingestellt auf
                  die Netzhaut projiziert. Ungleich den Menschen se-
                  hen Fische sehr scharf unter Wasser.
                       Manche Tiere, wie der Polyp, haben
                  sehr große Augen, um den Mangel an

                  Licht in größerem Wassertiefen auszu-
                  gleichen. In Tiefen über 300 Meter
                  müssen die großäugigen Fi-
                  sche die blitzartigen Licht-
                  reflexionen der in der
                  Umgebung vorhandenen
                  Organismen erfassen, um sie wahrzunehmen. Sie müssen speziell sensitiv für das schwache blaue Licht sein, das bis in
                  diese Tiefen durchdringt, und daher befinden sich viele blau-sensitive Zellen in der Netzhaut ihrer Augen.
                       Wie aus diesen Beispielen verständlich wird, hat jedes einzelne Lebewesen genau die Augen, die in ihrem Design

                  speziell seinen Bedürfnissen angepaßt sind. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass sie alle, ihren Aufgaben ent-
                  sprechend, von einem Schöpfer, Der unbegrenzte Weisheit, Wissen und Macht besitzt, erschaffen wurden.

                       Ein spezielles Tiefkühlsystem


                       Ein gefrorener Frosch stellt ein äußerst ungewöhnliches biologisches Phänomen dar. Er zeigt keinerlei Lebensanzei-
                  chen. Sein Herzschlag, Blutkreislauf und seine Atmung sind zu einem völligen Stillstand gekommen. Wenn das Eis je-
                  doch taut, kehrt der Frosch ins Leben zurück, als wäre er aus dem Schlaf erwacht.
                       Normalerweise ist ein Lebewesen, das einem Gefriervorgang unterzogen ist, tödlichen Gefahren ausgesetzt. Der
                  Frosch jedoch ist das nicht. Die Grundeigenschaft, die ihn davor schützt, ist, dass sein Organismus eine große Menge an
                  Glucose in diesem Stadium erzeugt. Der Blutzucker des Frosches erreicht, wie bei einem Diabetiker sehr hohe Konzent-
                  rationen. Er kann zeitweise Höhen von 550 Millimol pro Liter erreichen. (Die Normalwerte beim Frosch liegen bei 1–5

                  mmol/l, und beim Menschen bei 4–5 mmol/l.) Diese extreme Glucosekonzentration würde unter Normalbedingungen
                  ernsthafte Probleme herbeiführen.
                       In dem gefrorenen Frosch jedoch verhindert diese extreme Glucosekonzentration, dass Wasser aus den Zellen aus-
                  tritt, und somit eine Schrumpfung derselben. Die Zellmembran des Frosches ist hochdurchlässig für die Glucose, so





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