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Die Entdeckung entwertet natürlich die Behauptung, Archäopteryx sei ein "hal-
                  ber" Vogel gewesen, der nicht richtig fliegen konnte.
                       Darüber hinaus wurde die Anatomie der Vogelfeder zu einem der wichtigsten

                  Beweise, dass Archäopteryx ein fliegender Vogel im wahrsten Sinn des Wortes war.
                  Seine asymmetrische Federstruktur unterscheidet sich nicht von den heutigen
                  Vögeln und weist darauf hin, dass Archäopteryx perfekt fliegen konnte. Wie der be-
                  rühmte Paläontologe Carl O. Dunbar feststellt: "Wegen seiner Federn (ist
                  Archäopteryx) eindeutig als Vogel zu klassifizieren." Paläontologe Robert Carrol
                                                                              97
                  erklärt dazu weiter:
                       Die Geometrie der Flugfedern des Archäopteryx ist identisch mit der von moder-

                       nen fliegenden Vögeln, nicht flugfähige Vögel hingegen haben symmetrische
                       Federn. Die Art und Weise, in der die Federn auf dem Flügel angeordnet sind, ent-
                       spricht ebenfalls den modernen Vögeln... Nach van Tyne und Berger sind die rela-
                       tive Größe und die Flügelform von Archäopteryx ähnlich wie bei Vögeln, die sich
                       durch enge Öffnungen bewegen müssen, wie hahnenartige Vögel, Tauben,
                       Waldschnepfen, Spechte und die meisten Sperlingsarten... Deren Flugfedern
                       sind seit 150 Millionen Jahren demselben Zustand.      98

                       Eine andere Tatsache, die durch die Archäopteryxfedern aufgedeckt wurde, ist
                  sein warmblütiger Stoffwechsel. Wie schon erwähnt, sind Reptilien und Saurier
                  Kaltblüter, deren Körpertemperatur sich an die Umgebung anpasst, die also nicht

                  homöostatisch reguliert wird. Eine sehr wichtige Funktion der Vogelfedern ist die
                  Aufrechterhaltung einer konstanten Körpertemperatur. Die Tatsache, dass                               Einer der Beweise, dass
                                                                                                                    Archäopteryx ein fliegender
                  Archäopteryx Federn hatte zeigt, dass er im Gegensatz zu Sauriern ein warmblüti-               Vogel war, ist seine asymmetri-
                  ger Vogel war, der seine Körpertemperatur konstant halten musste.                              sche Federnstruktur. Oben: ein

                                                                                                                 Federnfossil von Archäopteryx.
                       Die Zähne und Klauen von Archäopteryx

                       Zwei wichtige Punkte, auf denen evolutionistische Biologen herumreiten, wenn sie behaupten,

                  Archäopteryx sei eine Übergangsform gewesen, sind die Klauen an seinen Flügeln und ihre Zähne.
                       Es ist wahr, dass Archäopteryx Zähne und Klauen hatte, doch diese Eigenschaften implizieren nicht auto-
                  matisch eine Verwandtschaft mit Reptilien. Im übrigen gibt es zwei heute lebende Vogelarten, Touraco und
                  Hoatzin, die über Klauen verfügen, mit denen sie sich an Zweigen festhalten. Diese Kreaturen sind Vögel und
                  nichts anderes, sie haben keinerlei Reptilieneigenschaften. Daher ist es völlig haltlos, darauf zu bestehen,
                  Archäopteryx nur wegen seiner Klauen an den Flügeln als eine Übergangsform zu bezeichnen.

                       Auch die Zähne im Schnabel des Archäopteryx implizieren keineswegs, dass er eine Übergangsform ist.
                  Evolutionisten liegen falsch, wenn sie behaupten, diese Zähne seien charakteristisch für Reptilien, denn Zähne
                  sind kein typisches Merkmal für Reptilien. Manche heute lebenden Reptilien haben Zähne, andere nicht.
                  Archäopteryx ist Außerdem nicht die einzige Vogelart, die Zähne besaß. Es stimmt zwar, dass es heute keine
                  Vögel mit Zähnen mehr gibt, doch wenn wir den Fossilienbestand anschauen, sehen wir, dass zu Lebzeiten

                  von Archäopteryx und danach - sogar bis vor kurzem – eine ganze Gruppe verschiedener Vogelarten existiert
                  hat, die Zähne aufwies.
                       Der wichtigste Punkt aber ist, dass die Zahnanatomie von Archäopteryx und anderen "Zahnvögeln" völlig ab-
                  weicht von der ihrer so genannten Vorfahren, den Sauriern. Die bekannten Ornithologen L. D. Martin, J. D.
                  Stewart, und K. N. Whetstone beobachteten, dass Archäopteryx und ähnliche Vögel ungezackte Zähne mit schma-
                  len Zahnhälsen und ausgedehnten Wurzeln haben. Die Zähne der theropodischen Saurier hingegen, der angebli-

                  chen Vorfahren dieser Vögel, hatten gezackte Zähne mit geraden Wurzeln.               99  Die Forscher verglichen auch die
                  Fußknochen des Archäopteryx mit denen der Saurier und fanden keinerlei Ähnlichkeit zwischen ihnen.                 100
                       Studien von Anatomen wie S. Tarsitano, M.K. Hecht, und A.D. Walker haben ergeben, dass manche Ähn-
                  lichkeiten, die John Ostrom und andere bei den Gliedmassen von Archäopteryx und Sauriern gesehen haben, in
                  Wahrheit Fehlinterpretationen waren.       101  Zum Beispiel analysierte A.D: Walker die Ohrregion von Archäopteryx

                  und fand heraus, dass sie derjenigen heutiger Vögel identisch ist.         102




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