Page 236 - Stiftung Warentest - Warenkunde Brot - Gutem Brot auf der Spur
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Die damals als obergärige Bierhefe verwendete und auch heute vorrangig genutzte
          Hefeart ist Saccharomyces cerevisia („Zuckerpilz des Bieres“). Sie kann ihre Masse
          unter optimalen Verhältnissen innerhalb von zwei Stunden verdoppeln.



          Herstellung von konventioneller Hefe


          Durch einen Mangel an Getreide wurde die Hefeherstellung im Ersten Weltkrieg auf
          Melasse umgestellt, ein Rückstand aus der Zuckergewinnung. Heute wird sie noch

          immer auf Melassebasis über mehrere Verfahrensstufen hergestellt. Mit jeder Stufe
          steigt die Nährlösungsmenge. Dazu wird Mutterhefe aus einem stabilen Hefestamm in
          eine wässrige, abgekochte saure Lösung mit circa zehn Prozent Melasse (Sirup mit etwa
          50 Prozent Zucker) gebracht (Maische). Nährstoffe wie Ammoniumsalze und Phosphate

          sowie B-Vitamine und das Einblasen von Sauerstoff fördern das Hefewachstum. Der
          eingeblasene Sauerstoff drückt gleichzeitig die Gärprodukte Kohlstoffdioxid und
          Alkohol aus der Nährlösung, weil sie das Wachstum hemmen würden.
















































          Hefe
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