Page 238 - Stiftung Warentest - Warenkunde Brot - Gutem Brot auf der Spur
P. 238

Die so produzierte Biohefe ist etwa viermal so teuer und unterscheidet sich außer im
          Geschmack weder in der Triebkraft noch in der Handhabung zu konventioneller
          Backhefe. Im Detail sollten die Teigruhezeiten etwas verlängert werden, weil Biohefe
          in der Regel nicht so schnell anspringt wie konventionelle Hefe. Biotrockenhefe wird

          ohne Emulgator angeboten.


          Haltbarkeit und Lagerung von Frischhefe



          Hefe sollte eine gelblich-braune Farbe, eine matt-stumpfe Oberfläche, einen angenehm
          hefig-süßlichen Geruch und einen muschelförmigen Bruch haben. Gelagert wird sie am
          besten im gut verschlossenen Verpackungspapier bei 2 bis 8 °C. Je kälter, umso weniger
          werden die Nährstoffe im Hefewürfel abgebaut. Frischhefe sollte für eine optimale

          Wirkung im Teig spätestens zwei bis drei Wochen vor Ablauf des
          Mindesthaltbarkeitsdatums verbraucht werden. Dies betrifft insbesondere Biohefe. Zu
          lang gelagerter Hefe fehlt ausreichend Triebkraft und sie führt zu einer Schwächung des
          Teiggerüstes bei Weizen- und Dinkelteigen. Die Teige verlieren an Stand und Volumen.

          Gleiches gilt für Trockenhefe.


          Hefe kann auch eingefroren werden, ist dann aber nicht mehr vermehrungsfähig, also
          zum Beispiel nicht mehr für Vorteige und lange Teigführungen geeignet. Die Hefezellen
          sterben, können aber durch das Hefeenzym Zymase noch Kohlenstoffdioxid produzieren

          und den Teig treiben.


          Hefe-Sensitivität und Histamin​intoleranz


          Einige Menschen beklagen Unverträglichkeiten beim Essen von Hefebroten

          beziehungsweise Broten, die mit viel Hefe gebacken wurden. Backhefearme oder -freie
          Brote (zum Beispiel reine Sauerteigbrote) werden oft besser vertragen. Das kann
          einerseits an der längeren Teigführung und damit dem besseren Aufschluss der

          Getreidebestandteile liegen, andererseits aber tatsächlich an einer konkreten
          Hefeunverträglichkeit. Ernährungsberater und Wissenschaftler sind sich uneins, ob es
          sich dabei tatsächlich um ein Krankheitsbild handelt. Zudem fehlen wissenschaftliche
          Untersuchungen.


          Ähnlich ist die Lage bei Histaminintoleranz. Histamin gehört zu einer Gruppe

          biologisch aktiver Substanzen, die bestimmte Funktionen im Körper beeinflussen, unter
          anderem den Blutdruck, die Magensäureproduktion, den Appetit oder den Schlaf-Wach-
          Rhythmus. Sie kommen im tierischen, pflanzlichen und menschlichen Organismus vor.
          Ausgelöst wird die auch als Histaminose bezeichnete Unverträglichkeit durch einen
   233   234   235   236   237   238   239   240   241   242   243