Page 203 - Brot backen - wie es nur noch wenige können
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Kleine Weckerln mit großem Knusperanteil: Vater Siegbert Reiß ist für die Basis der Bröselherstellung zuständig.

     Der hofeigene Weizen ist dabei die Basis für ein ganz besonderes Produkt aus dem Hause Reiß.
  Siegbert und Siegmar stellen selbstgemachte Brösel her. Und das kam so: „Manche Gäste wollten für
  die Kinder ein Schnitzel bestellen“, erzählt Sohn Siegmar, „doch wir hatten keines auf der Karte, weil
  wir der Meinung waren, dass ein ganz normales Schnitzel eh überall zu bekommen ist.“
     Also überlegte man, was ein Schnitzel denn haben müsste, damit es zur Reiß’schen Philosophie

  passen  könnte.  Und  Papa  Siegbert  begann,  die  Familie  wochenends  quasi  im  Selbstversuch  mit
  Schnitzel zu bekochen. Bald war klar, dass die perfekte Panier das Geheimnis sei. Oder eigentlich
  noch einen Schritt weiter gedacht: das möglichst knackige Brot, um daraus Brösel herzustellen.
     Also begann Siegbert zu experimentieren. Er wollte Weizenbrot mit besonders viel Krustenanteil
  herstellen, damit das Endergebnis der vermahlenen Brösel eine besonders knusprige Panier ergeben
  würde. Lang wurde getüftelt und probiert und dann war’s geschafft. Zwei Sorten von Bröseln werden
  heute sowohl für die Küche als auch für den Ab-Hof-Verkauf hergestellt – dunkle Vollkornbrösel und
  helle Kaiserbrösel.
     Siegmar, der Wirt und Koch, war von dem Produkt von Anfang an begeistert. „Es ist toll, wenn wir
  damit zum Beispiel die Leberknödel für die Suppe machen. Dazu mahlen wir die Weckerln eher grob
  und  die  Knödel  werden  unglaublich  flaumig.“  Vom  Schnitzel,  das  mittlerweile  „Kaiserschnitzel“
  heißt, ganz zu schweigen: „Die Gäste lieben es.“
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