Page 223 - Stiftung Warentest - Warenkunde Brot - Gutem Brot auf der Spur
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der fallenden Temperatur abgerundeter und ausgewogener als bei einer normalen
          Einstufenführung ohne Salz. Dennoch entwickelt der Sauerteig eine beachtliche
          Triebkraft.


          Gegenüber Weizensauerteigen können Roggensauerteige den geschmacklich wirksamen

          Säureeindruck stärker abfedern (puffern). Ein Weizensauerteig mit demselben Säuregrad
          und pH-Wert wie ein Roggensauerteig wird als Weizenbrot saurer schmecken als das
          entsprechende Roggenbrot. Deshalb werden Weizensauerteige in aller Regel bei
          konstant warmer Temperatur geführt. Während bei Roggenbroten 30 bis 50 Prozent des
          Mehles versäuert, also in den Sauerteig gemischt werden, sind es bei Weizenbroten oft

          nur 10 bis 20 Prozent. Weizensauerteige sollten auch deshalb mild geführt werden, weil
          bei zu viel Säure im Teig das Klebergerüst erweicht. Stand und Volumen des Teiges
          würden verschlechtert.


          Einen reifen Sauerteig erkennen Sie an folgenden Kriterien:


                die Oberfläche ist nicht mehr gewölbt und auch nicht eingefallen, sondern eine

                flache Ebene
                er riecht säuerlich, aromatisch
                er ist gut gelockert (Volumenzunahme um mindestens das Doppelte)
                Farbveränderung von ursprünglich grau in graubraun (Roggen)
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