Page 59 - Was will Gott_Neat
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Weil er ihn als ersten vor allen andern eingesetzt hat
            und Mann und Frau unterschiedlich geschaffen hat,
            nicht zur Büberei, sondern dass sie zusammenhalten,
            fruchtbar sind, Kinder zeugen, sie ernähren und aufzie-
            hen zu Gottes Ehren. Darum hat ihn Gott auch vor al-
            len Ständen auf das Reichlichste gesegnet. Alles, was es
            in der Welt gibt, hat Gott dem Ehestand zugedacht und
            soll ihm zugutekommen, sodass er mit allem reichlich
            versorgt ist. So ist die Ehe kein Kinderspiel und keine
            vorwitzige Angelegenheit, sondern eine vortreffliche
            Ordnung, die Gott sehr ernst ist. Denn es kommt ihm
            alles darauf an, dass man Leute erzieht, die der Welt die-
            nen und ihr helfen, Gott zu erkennen, ein seliges Leben
            voller guter Taten zu führen und gegen alles Böse und
            den Teufel zu kämpfen.
                Darum habe ich immer gelehrt, dass man diesen
            Stand nicht verachte, noch für schlecht halte, wie die
            blinde Welt und unsere falschen Geistlichen es tun.
            Man soll die Ehe vielmehr ansehen, wie Gottes Wort
            sie sieht, denn Gott heiligt den Ehestand und zeichnet
            ihn vor allen andern Ständen aus. Er ist allen andern
            Ständen nicht nur gleich – ob es sich nun um Kaiser,
            Fürsten und Bischöfe handelt – sondern ist höher als
            sie alle. Ob nun jemand im geistlichen oder weltlichen
            Stande lebt – alle müssen diesem Stand Ehre bezeu-
            gen und sich in ihn hineinfinden, wie wir noch hören
            werden. Darum ist der Ehestand nicht ein besonde-
            rer Stand, sondern der verbreitetste und doch edelste
            Stand, der sich in der ganzen Christenheit, ja in der
            ganzen Welt findet. Zum andern sollst du auch wissen,
            dass es nicht allein ein ehrlicher, sondern auch ein not-
            wendiger Stand ist und von Gott geboten, dass sich alle
            Stände, Männer und Frauen, wenn sie dazu geschaffen
            sind, darin finden lassen. Einige, wenn es auch nur we-


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