Page 66 - Was will Gott_Neat
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So soll es allen gehen, die aus dem Markt nichts an-
deres als eine Räuberhöhle machen, da man täglich die
Armen ausnutzt, neue Lasten und Teuerung schafft und
jeder den Markt benutzt, wie es ihm gefällt. Trotzig und
stolz sind sie noch obendrein, als hätten sie das Recht
dazu, ihre Sachen so teuer zu verkaufen, wie es ihnen
gelüstet, und wollen sich da nicht hineinreden lassen.
Da wollen wir ganz entspannt zusehen, sie arbeiten, be-
trügen und geizen lassen, aber auf Gott vertrauen, der
es doch ohnehin tun wird, dass er, wenn du lange genug
so gearbeitet und betrogen hast, einen Segen darüber
spricht, sodass dir dein Korn auf dem Acker, dein Bier
im Keller, dein Vieh im Stall verdirbt; ja, wo du jemand
um ein Geldstück ausgetrickst und betrogen hast, sol-
len dir alle Geldstücke verrosten und verrotten, dass du
nicht mehr froh werden kannst.
Solches sehen wir täglich und es wird uns vor
Augen geführt, dass gestohlenes und unrechtmäßig
gewonnenes Gut nicht gedeiht. Wie viele gibt es, die
Tag und Nacht scharren und kratzen und doch nicht
reicher werden? Und wie viel sie auch sammeln, so viel
Plage und Unglück haben sie, dass sie es nicht mit Freu-
den genießen oder auf ihre Kinder vererben können.
Aber weil sich niemand darum kümmert und wir es
behandeln, als ginge es uns nichts an, muss er uns an-
ders heimsuchen und es uns beibringen, indem er eine
Wirtschaftskrise nach der anderen über uns schickt
oder einen Haufen Soldaten zu Gast einlädt, die uns im
Stundentakt Schränke und Beutel ausräumen und nicht
eher aufhören, bis wir keinen Cent mehr haben. Zum
Dank werden noch Haus und Hof verbrannt und ver-
wüstet, Frau und Kinder geschändet und umgebracht.
In der Summe: Stiehlst du viel, so sei gewiss, dass dir
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