Page 192 - Brot backen - wie es nur noch wenige können
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7)       MAHLWERK


           Gewürze vor der Zugabe in den Teig mörsern oder mahlen, dann entfalten sie ihr Aroma am
           besten. Kümmel kann auch mit heißem Wasser überbrüht werden.


  8)       GUTE HITZE


           Am besten schmeckt ein Brot wohl aus dem gemauerten Holzofen. Darum sollte man in der
           Küche versuchen, diese Bedingungen wenigstens zu imitieren. Brote daher nicht mit Heißluft
           backen, das kann die Teige zu sehr austrocknen. Ober- und Unterhitze sind besser geeignet.
           Sehr gute Dienste leistet ein Backstein, auf dem die Laibe gebacken werden, und der die Hitze
           perfekt speichert. Das kann auch ein simpler, flacher Granitstein aus dem Baumarkt sein.


  9)       SAURE BRÖSEL


           Sauerteigansatz, der nicht benötigt wird, kann man zum Aufbewahren trocknen, indem man
           ihn mit so viel Mehl vermischt, bis er bröselig wird.



  10) MUSTERGÜLTIG

           Um die Kruste besonders schön zu gestalten und an einzelnen Stellen gewollt aufspringen zu
           lassen,  wird  sie  vor  dem  Backen  eingeschnitten.  Die  französischen  Bäcker  nehmen  dazu
           traditionell Rasierklingen, um auf dem Baguette die vorgeschriebenen sieben Schnitte exakt
           anzubringen. Aber es geht auch mit einer guten Küchenschere (damit kann man auch Muster
           „zupfen“)  oder  mit  jedem  anderen,  scharfen  Messer,  um  Sterne,  Karos  oder  andere  Linien
           einzuschneiden.  Ursprünglich  war  das  Muster  im  Brot  eine  Art  Signatur,  um  es  nach  dem
           Backen  wiederzuerkennen,  wenn  etwa  mehrere  Familien  einen  Backofen  genützt  haben.
           Darüber hinaus gibt es auch Brotstempel, die in die Unterseite gedrückt werden.




































            ERSTE HILFE BEIM BROTBACKEN: WENN’S NICHT
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