Page 196 - Brot backen - wie es nur noch wenige können
P. 196

Am Anfang buk Jakob Itzlinger nur ein Roggenkastenbrot, heute hat er diverse Sorten im Angebot. Sein Flaggschiff ist
  immer noch das Roggenbrot.

     1983  übernahm  der  Sohn  den  väterlichen  Betrieb  und  bekam  einen  Standplatz  auf  dem
  Schrannenmarkt in Salzburg. Damit begann der Boom, die Leute waren begeistert, die Produktion
  stieg  von  10  Kilogramm  auf  ein  paar  100  Kilogramm  pro  Woche.  Heute  ist  Itzlinger-Brot  auf
  diversen Märkten zu kaufen, pro Woche verlassen 4.000 Kilogramm den Ofen – neben Kleingebäck
  und Kuchen. Sechs Bäcker, ein Lehrling und zwei Konditoren sind fast rund um die Uhr beschäftigt,
  die  erste  Schicht  beginnt  um  22  Uhr,  wenn  die  letzten  Bäcker  gegen  8  Uhr  nach  Hause  gehen,
  übernehmen  die  Konditorinnen.  Anders  als  noch  vor  10,  20  Jahren  hat  sich  die  Personalsituation

  verbessert. „Früher hat man gesagt: ‚Wer dumm ist, wird Bäcker.‘ Heute ist es ein Wunschberuf, in
  dem der Anteil an Männern und Frauen etwa gleich ist.“
     Itzlinger hat 15 Brotsorten im Angebot, zu Weihnachten macht er Kletzenbrot, auch zu Ostern und
  Allerheiligen fertigt er Brauchtumsgebäck. Sein Flaggschiff ist nach wie vor das Roggenbrot, und
  wenn man ihn fragt, warum das so besonders gut ist, antwortet er selbstbewusst: „Weil der Sauerteig
  passt.“ Dann verrät er aber doch noch ein Geheimnis, das zur Qualität beiträgt: Das Wasser kommt
  aus  der  eigenen  Quelle,  die  er  neu  ausgebaut  hat.  „Ich  will  individuelles  Wasser,  das  Wasser  ist
  wichtig für die Reaktion von Sauerteig, da geht es um den pH-Wert.“
   191   192   193   194   195   196   197   198   199   200   201